Ich möchte ein Feedback an Adobe senden, ich finde aber außer dieser Community nichts... Also können es dann einfach alle lesen...
Feedback-Idee an Adobe – KI, Creative Cloud und professionelle Workflows
Als professioneller Anwender der Adobe-Produkte sehe ich großes Potenzial in KI-Funktionen – allerdings liegt der größte Nutzen nicht unbedingt in kreativen Spielereien wie Bildgenerierung, sondern in der Automatisierung komplexer und wiederkehrender Arbeitsabläufe.
Aktuell entsteht der Eindruck, dass Adobe sehr stark auf neue KI-Funktionen und Vermarktung setzt, während bestehende professionelle Workflows teilweise durch Updates, Sicherheitsänderungen oder neue Bedienkonzepte komplizierter werden.
Professionelle Anwender benötigen vor allem Stabilität, Effizienz und Verlässlichkeit. Neue Funktionen sind willkommen, aber sie sollten nicht zulasten bestehender Arbeitsweisen gehen.
Adobe Acrobat
Die stärkere Verknüpfung zwischen Acrobat, Illustrator und Photoshop ist eine sehr sinnvolle Entwicklung. Beispielsweise direkt eingebettete Bilder oder Inhalte aus PDFs in den jeweiligen Programmen bearbeiten zu können, ist ein echter Mehrwert.
Gleichzeitig gibt es Punkte, bei denen professionelle Nutzer mehr Unterstützung benötigen:
- Änderungen an Sicherheitsfunktionen sollten transparenter kommuniziert werden.
- Wenn bestehende Arbeitsweisen durch Updates verändert werden, sollte der Anwender aktiv informiert werden.
- PDF-Bearbeitung sollte klarer getrennt sein:
- Seitenverwaltung (drehen, zuschneiden, sortieren)
- Inhaltsbearbeitung (Texte, Bilder, Objekte, Struktur)
Diese Bereiche werden aktuell teilweise vermischt, obwohl sie im professionellen Einsatz unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Eine große Chance wäre KI-gestützte Dokumentenautomatisierung:
- Überschriften automatisch erkennen und daraus Lesezeichen erzeugen
- Lesezeichenstrukturen automatisch erstellen
- Ebenen im Lesezeichenbaum intelligent verwalten
- Dokumente analysieren und Strukturfehler erkennen
- große PDF-Mengen automatisch prüfen
Beispiel:
Bei technischen Dokumentationen könnte KI erkennen:
- Kapitelstruktur
- Überschriften
- Tabellen
- Zeichnungsbereiche
- technische Inhalte
und daraus automatisch eine professionelle PDF-Struktur erzeugen.
Stapelverarbeitung
Hier wäre KI besonders wertvoll.
Aktuelle Stapelverarbeitungen sind oft statisch:
“Führe dieselbe Aktion auf 100 Dateien aus.”
Eine moderne KI-basierte Stapelverarbeitung könnte dagegen verstehen:
- Wo befindet sich ein Zeichnungsrahmen?
- Wo ist der Schriftkopf?
- Welche Größe hat die eigentliche Grafik?
- Wie muss das Dokument angepasst werden?
Beispiele:
- technische Zeichnungen automatisch erkennen
- Rahmen vereinheitlichen
- Inhalte ausrichten
- PDFs normgerecht vorbereiten
- Dateien automatisch nach Regeln exportieren
Illustrator
Gerade im technischen Umfeld wäre eine intelligente Vektorisierung ein riesiges Potenzial.
Nicht nur:
“Pixel in Linien umwandeln”
sondern:
“Verstehen, was dargestellt wird.”
Beispiele:
- technische Zeichnungen erkennen
- Linienarten unterscheiden
- Texte und Bemaßungen erkennen
- Schriftköpfe erkennen
- Layer automatisch erzeugen:
- Geometrie
- Maße
- Texte
- Hilfselemente
Eine KI, die technische Zeichnungen wirklich versteht, wäre für Maschinenbau, Konstruktion und Dokumentation ein enormer Fortschritt.
Gleichzeitig sollte Adobe stärker auf die Weiterentwicklung der klassischen Funktionen achten. Viele Funktionen in Illustrator wirken über Jahre gewachsen, aber teilweise umständlicher geworden.
Gerade professionelle Anwender benötigen keine zusätzlichen Klickwege, sondern schnelle und direkte Bearbeitung.
Photoshop und Bedienkonzept
Auch in Photoshop gibt es zunehmend Änderungen, die für erfahrene Anwender unnötige Umgewöhnung verursachen.
Beispiel:
Die Aktionsverwaltung.
Früher gab es ein klares Bedienkonzept mit sichtbaren:
- Aufnehmen
- Abspielen
- Stoppen
Schaltflächen.
Nach einem Update wurde dieses Verhalten geändert. Die Funktionen sind zwar noch vorhanden, aber die Bedienung ist weniger offensichtlich. Statt eines klaren Steuerfeldes muss der Anwender erst erkennen, dass Aktionen beispielsweise direkt über einen Klick ausgeführt werden.
Für einen gelegentlichen Nutzer mag das kein großes Problem sein. Für jemanden, der täglich mit Aktionen und Automatisierungen arbeitet, bedeutet es:
- Suche nach Funktionen
- Unterbrechung des Workflows
- Zeitverlust
Gerade bei professioneller Software sollte gelten:
Bestehende Arbeitsweisen dürfen sich nicht ohne klare Kommunikation verändern.
Allgemeine Benutzeroberfläche von Illustrator, Photoshop und InDesign
Ein weiterer Punkt ist die zunehmende Komplexität der Bedienoberflächen.
Probleme:
- Eigenschaftenfenster überlagern sich
- schwebende Fenster verdecken andere wichtige Bereiche
- Scrollleisten werden durch Panels blockiert
- Funktionen sind schwerer auffindbar
- man muss häufiger klicken, um an bekannte Funktionen zu gelangen
Die Programme bieten zwar immer mehr Möglichkeiten, aber die Bedienbarkeit für erfahrene Anwender leidet darunter.
Gerade Adobe-Produkte leben davon, dass Anwender über Jahre schnelle Arbeitsabläufe entwickeln. Wenn sich die Oberfläche regelmäßig verändert oder Funktionen versteckt werden, geht dieser Produktivitätsvorteil verloren.
InDesign und große Dokumente
Bei umfangreichen technischen Dokumentationen gibt es weiterhin Bereiche, die nicht ausreichend gelöst sind.
Beispiel:
Dokumente mit 150 Seiten oder mehr.
Es gibt keine wirklich einfache und zuverlässige Lösung, um Seiten miteinander zu verknüpfen oder voneinander unabhängig aufzubauen, ohne dass automatische Einstellungen und Formatübernahmen ungewollt beeinflusst werden.
Gerade bei großen Dokumenten entstehen Probleme:
- automatische Überschriftenformate werden nicht sauber übernommen
- Seiteneinstellungen beeinflussen andere Bereiche unerwartet
- Änderungen können ganze Dokumentstrukturen beschädigen
Die Lösung “Buchfunktion” ist nicht immer passend, wenn es sich um ein zusammenhängendes technisches Dokument handelt.
FrameMaker wäre theoretisch eine Alternative, aber die Kompatibilität und Integration in moderne Adobe-Workflows sind aus Anwendersicht nicht ausreichend.
Hier wäre eine intelligente Dokumenten-KI sinnvoller:
- Dokumentstruktur verstehen
- Abhängigkeiten erkennen
- Formatübernahmen kontrollieren
- Seiten logisch verwalten
Die eigentliche Chance von KI
Professionelle Anwender benötigen keine KI, die ihnen die eigentliche kreative oder technische Arbeit abnimmt.
Sie benötigen KI, die die vielen kleinen, zeitaufwendigen Arbeitsschritte reduziert:
- Dateien vorbereiten
- Strukturen erzeugen
- Dokumente prüfen
- Formate vereinheitlichen
- wiederkehrende Aufgaben automatisieren
Adobe hätte durch die Kombination aus:
- PDF-Technologie
- Vektordaten
- Layoutverständnis
- Bildverarbeitung
- jahrzehntelangem Fachwissen
eine einzigartige Position.
Die größte Chance liegt nicht darin, KI kreativer zu machen, sondern KI besser verstehen zu lassen, was professionelle Anwender mit ihren Dokumenten und Dateien tatsächlich erreichen wollen.
Zusätzlicher Wunsch: Adobe Reader
Der Adobe Reader könnte ebenfalls stärker ausgebaut werden.
Viele Anwender benötigen nicht zwingend die komplette Acrobat-Pro-Funktionalität, sondern würden von erweiterten Funktionen profitieren:
- bessere Lesezeichenverwaltung
- einfache Strukturkorrekturen
- intelligente Dokumentenanalyse
- kleinere Anpassungen ohne Vollversion
Ein professionelles Zwischenmodell könnte vielen Nutzern helfen und gleichzeitig den Wert des Adobe-Ökosystems erhöhen.
Der größte Mehrwert von KI in Adobe-Produkten liegt nicht darin, dass ein Computer kreativ wird.
Der größte Mehrwert liegt darin, dass professionelle Anwender weniger Zeit mit wiederkehrenden, komplizierten und fehleranfälligen Arbeitsschritten verbringen.
Zusammengestellt mit ChatGPT…
Hinzufügen möchte ich noch 2 Sachen…
- Wenn ich ein Wort im Acrobat markiere, daraus ein Lesezeichen erstelle, kann ich nun nicht mal mehr das Lesezeichen korrigieren, bspw. ß zu ss umschreiben.
- Dass es nicht mehr möglich ist, an Adobe ein Feedback zu schicken und man auf diesen Unterseiten einen Fehlermeldung bekommt, find ich schon wirklich fragwürdig. Genauso ein Tooltip für den Button “->” sollte vielleicht nicht “->” sein, sondern eine Erklärung liefern, ob man jetzt weiter geht oder etwas abschickt.
Kurzum, eine Zielgruppenanalyse würde helfen, um zu sehen, wer denn eure Produkte kauft und sie nutzt. Das sind wohl kaum Jugendliche, sondern Firmen. Fangt also bitte wieder an und legt Wert auf Nützlichkeit und sinnvollen Inhalt und weniger auf Marketing und Spielereien. Bis heute laufen die Shortcuts im Photoshop ins Leere, siehe Strg+D (oder Ctrl+D) für Auswahl aufheben, obwohl es im Menü nach wie vor deklariert ist. Und nein, ich brauche nicht ständig Hilfe für irgendwas und nein, ich möchte auch keine Zusammenfassungen meiner PDFs mit Ki generieren.
